An Samstag haben wir Lotta abgeholt. 8 Wochen alt. Der Hund hält uns 24 Stunden auf Trab. Hoffentlich wird das bald besser! (Aber: Ich muss zugeben: Der Welpe ist ja soooo süß! 🐾 )
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Vor elf Jahren war’s gleich
2003 kam im August unsere Tochter auf die Welt. Ich erinnere mich noch gut, wie wir, meine schwangere Gattin und ich, in jenem heißen Sommer ins Openairkino gingen, uns zum Abendessen verabredeten, Partys besuchten et al., immer mit dem Gedanken: Wenn in ein paar Tagen das Butzele da ist, dann geht das alles so nicht mehr.
2014 im August habe ich ein ähnliches Gefühl. Wir haben soeben ein Wochenende am Bodensee verbracht, Wanderung durch die Marienschlucht, Motorboot fahren und mit Freunden nett essen inklusive. War es das letzte Mal, dass wir so etwas machen konnten? Ein kurzbeiniger Hund kann wohl kaum über rutschige Bretter eine Schlucht durchqueren. Ob er auf ein Boot darf? Was tun, wenn das Tier im Restaurant sich löst oder abstuhlt?
War ein schöner Sommer, vielleicht der letzte seiner Art!
Stimmt schon: An unsere Tochter haben wir uns damals auch schnell gewöhnt. Könnte bei dem Hund ähnlich werden.
Darf ich Dir mal ein Bild von unserem Hund zeigen?
Hundeexperten – und seit Kurzem auch ich – wissen, dass Welpen acht Wochen lang bei ihrer Mutter und mit ihren Geschwistern verbringen müssen. Erst dann dürfen Sie zu ihrem neuen Frauchen oder Herrchen. Wir haben den Hund beim Züchter in Karlsbad gekauft, nicht ganz im die Ecke. Wir haben, da wir bereits 50 Prozent anbezahlt haben, jederzeit Besuchsrecht, von dem wir entfernungsbedingt nicht Gebrauch machen können. Ist auch nicht schlimm, finde ich, denn das Tier ist ja die nächsten zehn bis zwölf Jahren ohnehin 24/7 um uns herum; da kommt es jetzt auf die paar Tage auch nicht an. Zudem: Züchter hat eine Facebookgruppe und eine WhatsApp-Gruppe, im denen reichlich Bilder von den Welpen gepostet (finde ich gut) und ausgiebig kommentiert (finde ich nicht gut) werden. Die Menge der WhatsApp-Kommentare zahlreicher Frauchen – tatsächlich engagieren sich Herrchen auf diesen Plattformen kaum – und insbesondere ab 17 Uhr, hat dazu geführt, dass ich mein Handtelefon auf Stumm geschaltet habe. Das Vibrieren bei jedem neuen Kommentar (“Ooh, wie süß ❤️❤️❤️!”) geht während der Arbeit gar nicht.
Aber gut: Ich habe einige der Schnappschüsse von unserem kleinen Hund gespeichert und zeige sie auf Verlangen oder auch nur mal so gerne vor. Wie süß die Kleine doch ist. Ich beginne langsam, eine Fernbeziehung zu ihr aufzubauen.
Wie heißt ein Hund?
Ein Papagei heißt Lora. Ein Dackel heißt Waldi. Ein Schäferhund heißt Rex. Ein Kind heißt Kevin oder Vanessa.
Ein Mops braucht einen kurzen, zweisilbigen Namen, der zum Charakter des Hundes passt. Mein Favorit war “Gerda”, der Rest der Familie bevorzugte “Lola”. Der Originalname des Hundes lautet “Gina”, da G-Wurf (jemand da, der nicht weiß, was ein G-Wurf ist?). Wir einigen uns auf “Lotta”. Ich erkenne “Gerda” und “Lola” darin. Alle sind happy! Lotta hoffentlich auch.
PS. “Lotta” ist nur der Rufname des Hundes. Eigentlich heißt er “Karlotta”, was meines Erachtens besser zu einem Mops passt.
Dann halt einen Mops.
A) Ich kenne sie wirklich alle. Ich habe sie selbst ungezählte Male vorgetragen: die Gründe, die gegen einen Hund sprechen. Ich bin geübt, denn die Diskussion, ob Hund oder nicht, fand über viele Jahre praktisch täglich statt. Wobei: Diese Diskussion führte eigentlich nur ich; Gattin und Tochter diskutierten schon über Rassen und Namen.
B) Ich wehre mich vehement dagegen, dass “Papa den Hund ja mit ins Büro nehmen könnte”. Ich habe nun mal keinen Nine-to-Five-Job, bei dem ich den ganzen Tag an und ein Köter unter dem Schreibtisch sitzt. Gattin arbeitet halbtags, Kind geht in die Schule – also keine Kindsmagd für den Hund verfügbar.
C) Möpse finde ich ganz witzige Hunde. Man kennt sie von Wilhelm Busch (“… der Mops ist alter Damen Freude.”), von Loriot sowieso, dann den von Winnenden, auf dem Stuttgarter Eugensplatz steht einer aus Bronze als Säulenheiliger. Meine Worte waren immer: “ich will keinen Hund und wenn, dann einen Mops.”
D) Ich mach es kurz: in den ersten Septembertagen bekommt unsere Familie Zuwachs: einen Mops.


